Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften
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Hintergrund

Durch das Kreislaufwirtschaftspaket versucht die EU, Rohstoffimporte und Umweltbelastungen zu verringern. Dies soll unter anderem durch höhere Recyclingraten für wichtige Siedlungsabfälle wie Glas, Kunststoffe, Metalle, Pappe - Papier - Karton (PPK), sowie Textilien erreicht werden. Gleichzeitig sollen Reststoffe aus Abfallverbrennung vermehrt recycelt werden.

Das CD-Labor für recyclingbasierte Kreislaufwirtschaft trägt zu höheren Recyclingraten in Österreich durch Schaffung einer forschungsbasierten Wissensbasis für die effiziente Verwertung von Sekundärrohstoffen aus unterschiedlichen Abfallströmen bei. Dies soll durch die Entwicklung von neuen und Verbesserung von existierenden Methoden der mechanischen Sortierung, des Recyclings und der Effizienzbewertung von Abfallwirtschaftssystemen und Prozessen, eingebettet in zwei CD-Labor Modulen, erreicht werden.

Abbildung 1 Module des CD-Labors für recyclingbasierte Kreislaufwirtschaft

Modul 1 (TU Wien)

Im Modul 1 wird eine neue Methode zur Bewertung der Effizienz des Recyclings in Abfallwirtschaftssystemen entwickelt. Die Methode setzt ökonomische und Umweltauswirkungen zu materialbasierten Recyclingindikatoren in Beziehung. Alle Indikatoren werden an bestehenden Abfallwirtschaftssystemen getestet. Im Rahmen von ausgewählten Fallstudien werden anschließend technische und organisatorische Maßnahmen zur Verbesserung des Recyclings entworfen und untersucht.

In Fallstudie A wird untersucht, wie durch Ausbau der getrennten Sammlung von Recyclingmaterialien wie Glas, Kunststoffe, Metall und PPK aus Haushalten, der Erfassungsgrad erhöht werden kann. Dabei werden auch zukünftige Zusammensetzungen und die zunehmende Heterogenität von Abfällen berücksichtigt. Die Untersuchungen werden von Lea Gritsch und Gisela Breslmayer durchgeführt.

Fallstudie B untersucht, welche Möglichkeiten die verbesserte automatisierte Sortierung von verschiedenen Abfallströmen (Leichtverpackungen LVP, Restmüll, Textilien) zur Abtrennung von Recyclingmaterialien wie Kunststoffe, PPK und Textilien bieten. Dabei wird die Sammlung und Sortierung von Textilien (Fallstudie B1) von Andreas Bartl, Wolfgang Ipsmiller und Pablo Kählig untersucht, während sich Dominik Blasenbauer und Anna-Maria Lipp der Aufbereitung von getrennt gesammelten LVP und Restmüll (Fallstudie B2) widmen.

In Fallstudie C wird von Julia Mühl und Felix Feher untersucht, wie durch verbesserte Aufbereitung von Bett- und Rostaschen (Schlacken) das Recycling von Glas, Metallen und Mineralien aus erhöht werden kann.

 

Modul 2 (Montanuniversität Leoben)

Im Modul 2 werden zusätzlich Optionen für Innovationen in der automatisierten Sortierung, die über den derzeitigen Stand der Technik hinausgehen, entworfen und untersucht.

 

Synthese (TU Wien)

Die Ergebnisse aus Modul 1 und 2 werden verwendet, um Szenarien für eine verbesserte Abfallwirtschaft hinsichtlich des Recyclings zu entwerfen, welche wiederum der Methode der Effizienzbewertung unterzogen werden.

 

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projektes sollen öffentliche und private Stakeholder bei der Entscheidung, wie die Ziele des Kreislaufwirtschaftspaketes möglichst effizient, sprich mit dem geringst möglichen Einsatz an ökonomischen Mitteln bei gleichzeitigen höchstem Umweltnutzen, zu erreichen sind. Dadurch trägt das Projekt zu einer nachhaltigen, zukünftigen Rohstoffbewirtschaftung in Europa bei.