Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften
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Produkt- und Prozessentwicklung für nano- und mikroskaliges Lignin aus erneuerbaren Ressourcen

In vielen Produkten des täglichen Lebens sind chemische Inhaltsstoffe enthalten, die den Produkten spezielle Eigenschaften verleihen. Dazu zählen etwa UV-Blocker in Lacken und Sonnencremen. Diese chemischen Inhaltsstoffe können negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. So wird durch einige chemische UV-Blocker in Sonnencremen die Korallenbleiche, also das Ausbleichen und Absterben von Korallen, verursacht. Darüber hinaus haben diverse UV-Blocker eine hormonaktive Wirkung und können so Menschen und Tiere beeinträchtigen. Aus diesem Grund werden immer mehr dieser chemischen Inhaltsstoffe in Lacken und Sonnencremen durch gesetzliche Regulierungen verboten. Die Industrie ist daher immer mehr dazu gezwungen, nachhaltige Alternativen zu den konventionellen UV-Blockern zu finden und zu nutzen.

Unser Ziel ist es daher, UV-Blocker in Lacken und Sonnencremen durch eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu ersetzen. Diese Alternative ist Lignin in Form von Partikeln im Mikro- und Nanometerbereich. Lignin ist ein Bestandteil von verholzter Biomasse, der ihr die nötige mechanische Stabilität gibt und zusätzlich auch als UV-Blocker, Antioxidans, Radikalfänger und Biozid wirkt. Diese natürlichen Eigenschaften des Lignins werden noch verstärkt, wenn es als Mikro- oder Nanopartikel vorliegt.

Im Zuge des Spin-off Fellowship Projektes "Produkt- und Prozessentwicklung für nano- und mikroskaliges Lignin aus erneuerbaren Ressourcen" soll die bereits im Labor erprobte Produktion von nano- und mikroskaligem Lignin zur Marktreife entwickelt werden. Dazu ist es notwendig, die Anforderungen an das nano- und mikroskalige Lignin für einen erfolgreichen Einsatz in einem Endprodukt zu kennen, da die Eigenschaften der Partikel stark vom Produktionsprozess abhängen. Aus diesem Grund erfolgt die Entwicklung im Projekt in Zusammenarbeit mit zwei Industriepartnern aus der Lack- sowie der Kosmetikindustrie. Somit können die produzierten nano- und mikroskaliges Lignin Partikel tatsächlich in den Endprodukten "wasserbasierter Lack" und "Sonnencreme" getestet und damit die industrielle Anwendbarkeit überprüft werden. Neben der technischen Umsetzung spielen auch die Wirtschaftlichkeit und die Umweltauswirkungen in der Produktion und Anwendung eine große Rolle für die Marktfähigkeit des nano- und mikroskaligen Lignins. Nach Projektende soll mit der entwickelten Technologie die Gründung eines Spin-off Unternehmens zur Vermarktung des nano- und mikroskaligen Lignins möglich sein.

von links nach rechts: FBM Iris Rauskala, GF Henrietta Egerth, Rektorin Sabine Seidler, Oliver Spadiut, Julian Quehenberger, Martin Miltner, Angela Miltner. Copyright Matthias Heisler

Das Spin-off Fellowship Programm der FFG, das nach dem Vorbild des "Pioneers Programm" der ETH Zürich entwickelt wurde, unterstützt Studierende und Forschende dabei, innovative Ideen in marktfähige Produkte überzuführen. Damit trägt die Finanzierung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) dazu bei, die Gründung von akademischen Spin-offs zu forcieren und den Wissens- und Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern.

Team

DI Dr. Martin Miltner
Projektleiter, Fellow
DI Dr. Angela Miltner
Fellow
DI Dr. Stefan Beisl
Mitarbeiter
DI Johannes Adamcyk, BSc
Mitarbeiter
Prof. DI Dr. Anton Friedl
Host